GEWERBEGAS & PRODUKTION

Prozesswärme verstehen.
Den Bedarf kennen.

Eine Charge braucht die richtige Temperatur, eine Trocknung ihre Zeit. Wir planen Strom und Gas ausgehend von Ihren Prozessen – damit Energiekosten kalkulierbar werden und Ihre Beschaffung zur Produktion passt.

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Redaktionelle Illustration zum Thema Prozesswärme im Unternehmen: Bedarf vor der Beschaffung prüfen
OPTUM / PRAXISPROZESSWÄRME

Nicht jeder Wärmebedarf folgt dem Wetter

Eine Werkhalle benötigt im Winter mehr Heizenergie. Ein Trocknungsprozess kann dagegen auch im Juli nahezu unverändert laufen. Wer beide Verbräuche in einer einzigen Jahreszahl zusammenfasst, erkennt kaum, warum die Gasrechnung steigt oder fällt. Für die Beschaffung ist diese Unterscheidung relevant: Produktionsmenge und Außentemperatur wirken auf verschiedene Teile des Bedarfs.

Erstellen Sie zunächst eine einfache Übersicht der wärmeverbrauchenden Prozesse. Dafür müssen nicht sofort alle Anlagen mit neuen Zählern ausgestattet werden. Beginnen Sie mit verfügbaren Zählerwerten, Betriebszeiten und Anlagenunterlagen. Kennzeichnen Sie, welche Werte gemessen und welche nur geschätzt sind.

Kessel, Wärmetauscher und Rückgewinnung versorgen eine industrielle Produktionslinie mit Prozesswärme
Prozesswärme verlangt die gemeinsame Betrachtung von Temperatur, Leistung und Laufzeit.

Vier Angaben je Prozess erfassen

  • Nutzung: etwa Reinigung, Trocknung, Warmwasser oder Materialerwärmung.
  • Temperatur: benötigtes Niveau und zulässige Schwankung.
  • Zeit: Dauerbetrieb, Schichten, einzelne Chargen oder saisonaler Einsatz.
  • Menge: benötigte Nutzwärme und eingesetzter Brennstoff, jeweils mit Angabe des Messpunkts und der Einheit.

Wärmebedarf und Brennstoffbezug sind nicht dasselbe. Aus 100.000 kWh Gas werden wegen der Verluste von Wärmeerzeugung und Verteilung weniger als 100.000 kWh nutzbare Wärme am Prozess. Ohne Kenntnis dieser Verluste lässt sich eine alternative Technik nicht sauber vergleichen.

Ergänzen Sie Aufheiz- und Bereitschaftsphasen. Ein Trockner kann beispielsweise schon vor der ersten Charge Wärme benötigen, um seine Betriebstemperatur zu erreichen. Prüfen Sie mit der Technik, welche Vorlaufzeit erforderlich ist und ob die Anlage länger als nötig warmgehalten wird.

Abwärme braucht einen passenden Abnehmer

Abwärme ist nur dann nutzbar, wenn Temperatur, Zeitpunkt, Menge und Entfernung zum Wärmebedarf passen. Wärme, die nachts anfällt, ersetzt nicht ohne Weiteres den Bedarf einer tagsüber betriebenen Anlage. Ein Speicher kann Teil einer Lösung sein, bringt aber eigene Verluste, Kosten und Platzanforderungen mit.

Erst die Wärmebilanz, dann die Technik

Tragen Sie Quelle und Bedarf auf derselben Zeitachse ein. Eine große Jahresmenge allein belegt noch keine wirtschaftlich nutzbare Übereinstimmung.

Das Bundeswirtschaftsministerium nennt Abwärmenutzung und effizientere Anlagentechnik als Ansatzpunkte für Unternehmen. Informationen finden Sie auf der Seite zur Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft. Ob eine konkrete Maßnahme förderfähig ist, muss anhand der dann geltenden Bedingungen gesondert geprüft werden.

Ein anderer Energieträger verändert beide Verträge

Wird ein gasbetriebener Prozess teilweise elektrifiziert, sinkt möglicherweise der Gasbezug, während der Strombezug steigt. Die Veränderung muss für beide Lieferverhältnisse zum richtigen Zeitpunkt berücksichtigt werden. Ein einmonatiger Probebetrieb ist etwas anderes als eine durchgehende Umstellung ab Jahresbeginn. Notieren Sie deshalb für jede Änderung den erwarteten Start, die entfallende Gasmenge und die zusätzliche Strommenge. Die Werte sind nicht eins zu eins austauschbar: Wirkungsgrad und Betriebsweise der neuen Technik verändern die Bilanz.

Prüfen Sie außerdem, ob eine bestehende Anlage als Reserve erhalten bleibt. Dann können weiterhin Grundkosten und Wartung anfallen. Der Beitrag zur Wärmepumpe und Strombeschaffung im Gewerbe vertieft einen möglichen technischen Weg, ohne ihn für jeden Temperaturbereich vorauszusetzen.

Aus der Prozessübersicht wird eine bessere Anfrage

Für eine Energieanfrage lassen sich nun bisheriger Bedarf, geplante Änderungen und Unsicherheiten getrennt angeben. Das verbessert den Vergleich von Gewerbegasangeboten. Schreiben Sie dazu, welche Produktionsmenge der Planung zugrunde liegt und welche Umstellung bereits beschlossen ist. Kommt eine weitere Schicht hinzu oder verzögert sich der Anlagenstart, muss diese Änderung rechtzeitig in die Verbrauchsprognose eingehen.

Sprechen Sie mit OPTUM über Ihren veränderten Energiebedarf. Bringen Sie die letzte Gas- und Stromabrechnung sowie Ihre Übersicht der geplanten Prozessänderungen mit. Daraus besprechen wir mit Ihnen, welche Mengen und Lieferzeiträume für die nächste Angebotsrunde anzusetzen sind. Die technische Auslegung bleibt Aufgabe Ihrer Fachplanung.

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