Gewerbegas

Vergleiche, Anbieter, Preis & Prognosen

Durch einen Gewerbegas Preisvergleich können gerade Großverbraucher von den günstigeren Gastarifen für Gewerbekunden profitieren. Es gibt in Deutschland mehrere tausend(!!) verschiedene Gastarife.

Durch eine kluge Wahl des Gasversorgers lassen sich im Vergleich zum Haushaltstarif je nach Verbrauch mehrere tausend Euro pro Jahr sparen und die Betriebskosten dauerhaft erheblich senken.

Selbst Grünes Gas, bzw. Ökogas- Biogas und spezielle Klimatarife werden von den Gasanbietern offeriert. Doch für wen ist Gewerbegas überhaupt geeignet?

Wer kann Industriegas bekommen? Welches sind die Voraussetzungen für die Beantragung oder einen Anbieterwechsel? Muss ich wegen einer anderen Gasqualität Geräte wie beispielsweise Brenner austauschen?

Wie wird sich der Gaspreis im Vergleich zu anderen Energieträgern entwickeln? Nachfolgend werden alle wichtigen Fragen ausführlich beleuchtet.

Was ist Gewerbe- bzw. Industriegas?

Der Energiegehalt, also die Konzentration der energietragenden Verbindungen im Gesamtvolumen des gelieferten Gases ist Schwankungen unterlegen.

Allerdings sind diese je nach Lieferant unterschiedlich und werden durch den sogenannten Brennwert standardisiert. Somit wirken sie sich nicht auf den Preis aus.

Gewerbegas ist im Vergleich zum üblichen Haushaltsgas kein anderer Brennstoff.

Mit anderen Worten

Ein geliefertes Haushaltsgas des Gasanbieters A hat genau die gleiche Qualität und Zusammensetzung wie sein Industriegas. Folglich ist Gewerbegas also im Prinzip nichts anderes als normales Haushaltsgas.

gasvergleich gewerbe

Richtig gehört. Gewerbegas und Haushaltsgas sind dasselbe. Jedoch nur bzgl. der Qualität und Zusammensetzung.

Der Unterschied ist lediglich eine Frage des gelieferten Volumens und der Tarifstruktur der Anbieter. Daher kann bei einem Tarifwechsel oder Anbieterwechsel auch die vorhandene Installation komplett erhalten bleiben. Der Brennstoff ist der gleiche, also kann auch der Brenner der gleiche bleiben.

Warum sind Gewerbegas-Tarife günstiger?

Gas für Gewerbekunden ist im Gegensatz zum Gas für Privatkunden bis zu einem Drittel günstiger. Die tatsächlich zu erzielende Ersparnis ist selbstverständlich von Anbieter zu Anbieter verschieden.

Aber sie bewegt sich in diesem Bereich. Einer der Hauptgründe für einen günstigeren Tarif für Gewerbekunden ist die abgenommene Gasmenge.

Die Ersparnisse können erheblich sein, wie folgendes Beispiel zeigt:

Im Jahr 2020 lag der durchschnittliche Gaspreis für Einzelverbraucher bei einem angenommenen Verbrauch von 20.000 kWh bei 5,97 Cent/kWh.

Dagegen erzielt ein Kunde mit einem Verbrauch von 90.000 kWh, bedingt durch die höhere Abnahmemenge, immerhin schon eine Ersparnis von etwas über 10 %.

Ein Gewerbekunde, der 500.000 kWh im Jahr abnimmt, kommt bereits auf einen Preis von zirka 3,5 Cent/kWh. Somit können Gewerbekunden gegenüber Privatabnehmern ungefähr ein Drittel ihrer Brennstoffkosten sparen. Und bei 500.000 kWh sind das locker 9.000 Euro pro Jahr.

Einzelverbraucher

Verbrauch/Jahr

20.000 kWh

Preis/kWh:

5,97 Cent

Einzelverbraucher

Verbrauch/Jahr
90.000 kWh

Preis/kWh:

5,37 Cent

Gewerbekunde

Verbrauch/Jahr
500.000 kWh

Preis/kWh:

3,5 Cent

Obwohl die Abnahmemenge eine wichtige Größe bei der Preisberechnung darstellt, kommt die Ersparnis aber nicht allein daher.

Woher kommt also dieser Unterschied

Der Gaspreis bestimmt sich nicht nur aus dem Rohstoffpreis plus Marge des Versorgers. Vielmehr summieren sich andere Kosten, die letztlich den Gaspreis sowohl für Gewerbegas als auch für Privatabnehmer bestimmen.

Neben den gewöhnlichen Betriebskosten des Anbieters, seiner Ausgaben für beispielsweise Marketing und Verwaltung gibt es staatliche Abgaben, die in die Kalkulation einfließen (müssen). So existiert beispielsweise eine Förderungsabgabe, Abgaben für die Erlangung und den Erhalt der Konzession und verschiedene Steuern wie die Erdgassteuer.

Für Kunden von Gewerbegas fällt eine wesentlich niedrigere Konzessionsabgabe an, die sich für Privatkunden nach der Anzahl der angeschlossenen Haushalte pro Gemeinde berechnet, also für diese je nach Abnahmeort auch noch unterschiedlich ist.

Ab bestimmten Abnahmemengen (i.d.R. 500.000 kWh/Jahr) kann die Konzessionsabgabe für Gewerbegas-Kunden sogar ganz entfallen.

Konzessionsabgaben kurz und bündig erklärt von den Stadtwerken Augsburg
Privatkunden zahlen mit ihrem Tarif eine sogenannte Risikoabgabe, die bei Gewerbekunden deutlich niedriger ausfällt oder ebenfalls ganz entfallen kann. Letztlich sind natürlich auch das Gasnetz, seine Nutzung sowie Instandhaltung zu berücksichtigen.

Gut zu wissen

Im Jahr 2011 betrug das Gesamteinkommen durch Konzessionsabgabe 3.493,0 Mio. Euro
Quelle: Wikipedia

Einige dieser Kostenfaktoren sind unabhängig vom Anbieter, weil staatlich verordnet. Andere können aber je nach Gaslieferant erheblich schwanken. Fernsehwerbung in bester Sendezeit verschlingt beispielsweise Millionen. Daher können einige Gasanbieter das Gas günstiger anbieten, als andere.
In Sondertarifen für hohe Abnahmemengen erheben die Gasanbieter von ihren Gewerbekunden deutlich weniger Netzentgelte. Da diese bis zu 20% des Gaspreises betragen, macht sich das schon spürbar bemerkbar. Aber diese Sondertarife gibt es nur, wenn Sie als Abnehmer sich als RLM-Kunde qualifizieren.

RLM steht für Registrierende Leistungs-Messung und bedeutet, dass über einen Spezialzähler stündlich Ihr Verbrauch praktisch in Echtzeit an den Gasversorger übermittelt wird. Dadurch kann ein relativ genaues Verbrauchsprofil erstellt werden, das wiederum Ihrem Gasversorger eine gewisse Planungssicherheit gibt.

Diese Sicherheit wiederum belohnt er mit Sonderkonditionen in Sondertarifen. Abnehmer mit einem Verbrauch von mehr als 1,5 Millionen kWh pro Jahr müssen sogar als RLM-Kunden geführt werden.

Das regelt § 29 der Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV).

Wegen der doch hohen Summen der verbrauchten Kilowattstunden, gerade auch bei Gewerbekunden, verwandeln sich auch klein anmutende Beträge schnell ein paar Hunderter oder gar tausende Euro pro Jahr. Ein Gaspreisvergleich ist in jedem Falle empfehlenswert und lohnt in jedem Fall.

Für wen lohnt sich Gewerbegas?

Wie schon weiter oben beschrieben, lohnt ein Tarif für Gewerbegas, insbesondere bei höherem Verbrauch.

Man kann sagen, dass ab einem Jahresverbrauch von 300-350.000 kWh ein Gastarif fürs Gewerbe durchaus lohnt.

Wie schon gesagt, ein einfacher Tarif-Vergleich bringt Klarheit in Sekundenschnelle.

Weil die Gasanbieter den Tarif normalerweise nur an bestimmte Abnahmeverpflichtungen koppeln, sind weitere rechtliche Voraussetzungen in der Regel nicht erforderlich.

Verbrauchen Sie pro Jahr mehr als 300.000 kWh, machen Sie besser den Tarifvergleich!

Unabhängige Beratung

Aus einem Pool mit tausenden von Gasanbietern den richtigen zu finden kann besonders für den Laien eine schwere Aufgabe sein. Profitieren Sie von den wertvollen Erfahrungen der OPTUM EBA und sparen dabei auch noch Geld. Als unabhängige Energiesparberater stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

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Prognosen über Gastarife

Wie wird sich der Gaspreis in den kommenden Jahren entwickeln? Obwohl niemand mit Sicherheit die exakte Preisentwicklung vorhersehen kann, lassen doch ein Blick auf den Markt und die bisherige Entwicklung Rückschlüsse auf die Zukunft zu.

Wie jedes gehandelte Gut ist auch der Rohstoff Gas Schwankungen unterlegen, da die Kalkulation in erster Linie das Ergebnis aus Angebot und Nachfrage ist. Das erklärt beispielsweise die jahreszeitlichen Schwankungen.

Aber allgemein war der Gaspreis in den letzten Jahren, im Gegensatz zum Ölpreis, erfreulicherweise relativ stabil. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist der Preis von Gas nur um zirka 6% gestiegen.

Seit 2014 sind die Preise sogar stetig leicht gesunken. Das hängt hauptsächlich mit der Erschließung neuer Vorkommen und verbesserter Fördertechnik zusammen. Denn die Nachfrage durch Privathaushalte und Industrie nimmt weiterhin stetig zu.

Bei möglichen Prognosen ist zu beachten, dass es sich bei Gas um einen fossilen Rohstoff handelt, der in seiner Gesamtmenge begrenzt ist. Allerdings sind die Vorkommen für die nächsten 30 bis 50 Jahre noch reichlich vorhanden und gut nutzbar.

Desweiteren wird Gas derzeit von der Politik in Deutschland als sauberer eingestuft, als beispielsweise Öl. Daher ist der Verbrauch von Gas politisch (noch) nicht so bestraft.

Beispielsweise ist es momentan durchaus lohnend, eine Ölheizung auf Gas umzustellen. In nur wenigen Jahren wird sich diese amortisiert haben.