Mit der benötigten Wärme beginnen
Ein Bürogebäude heizen, Warmwasser bereitstellen oder einen Produktionsprozess versorgen: Diese Aufgaben verlangen unterschiedliche Temperaturen und Betriebszeiten. Eine Wärmepumpe sollte deshalb nicht allein anhand der bisherigen Gasrechnung ausgewählt werden. Die Rechnung beschreibt den Brennstoffbezug; für die Planung werden die tatsächlich benötigte Wärmemenge, ihre Verteilung und die erforderlichen Temperaturen gebraucht.
Klären Sie mit der Fachplanung, welche Wärmequelle verfügbar ist und wie Quelle und Wärmenutzung zusammenpassen. Für Industrieprozesse unterstützt das Fraunhofer ISE mit einer Technologieauswahl für Hochtemperatur-Wärmepumpen. Die Auswahl hängt unter anderem davon ab, wie warm die verfügbare Quelle ist und welche Temperatur am Prozess oder Heizsystem benötigt wird. Diese beiden Angaben gehören deshalb an den Anfang des Planungsgesprächs.
Eine erste Strommenge nachvollziehbar abschätzen
Die Arbeitszahl gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im betrachteten Zeitraum je eingesetzter Kilowattstunde Strom bereitstellt. Beträgt sie 3, entstehen aus 1 kWh Strom und der aufgenommenen Wärme aus der Quelle insgesamt 3 kWh nutzbare Wärme. Für eine erste Abschätzung teilen Sie deshalb die benötigte Wärmemenge durch die erwartete Arbeitszahl.
Die Arbeitszahl 3 ist eine Rechenannahme, keine Prognose für Ihren Standort. Bei gleicher Wärmemenge und einer Arbeitszahl von 2,5 wären 120.000 kWh Strom erforderlich. Diese Spannweite zeigt, warum die Annahme für die Beschaffung begründet werden muss.
Beziehen sich Wärmemenge und Stromverbrauch auf dieselbe Anlage? Pumpen, Hilfsantriebe und elektrische Zusatzheizung dürfen nicht versehentlich fehlen oder doppelt gerechnet werden.
Die Leistungszahl COP, ausgeschrieben „Coefficient of Performance“, beschreibt das Verhältnis von Wärmeleistung zu elektrischer Leistung an einem bestimmten Betriebspunkt, etwa bei festgelegter Quell- und Vorlauftemperatur. Dieser Momentanwert ist kein Ersatz für eine über den tatsächlichen Betrieb ermittelte oder fundiert prognostizierte Jahresarbeitszahl. Prüfen Sie für Ihr Budget mehrere begründete Annahmen statt nur eines besonders günstigen Wertes.
Auch den Zeitpunkt und die Leistung prüfen
Bei Raumheizung fällt viel Bedarf in die kalte Jahreszeit. Zeitgleich können Produktion, Beleuchtung und Ladepunkte Strom benötigen. Eine zusätzliche Jahresmenge sagt deshalb wenig darüber aus, wie hoch die gemeinsame Leistungsspitze wird. Lassen Sie Anschlussleistung, Messkonzept und gegebenenfalls nötige Netzmaßnahmen frühzeitig klären.
- Welche elektrische Leistung wird im normalen Betrieb benötigt?
- Wann kommen Zusatzheizung oder weitere Wärmeerzeuger hinzu?
- Welche Verbraucher laufen zu diesen Zeiten bereits?
- Welche Verschiebung ist möglich, ohne Wärmeversorgung und Betrieb zu beeinträchtigen?
Den Liefervertrag vor der Umstellung mitdenken
Informieren Sie die Beschaffungsverantwortlichen über Inbetriebnahme, erwartete Mehrmenge und das neue Profil. Eine Anlage, die erst im Oktober startet, gehört nicht mit einer vollen Jahresmenge in die Prognose für das laufende Jahr. Bei Raumheizung wäre aber auch ein pauschales Viertel der Jahresmenge ungenau, weil die Heizmonate mehr Bedarf haben. Lassen Sie den geplanten Start anhand des saisonalen Wärmebedarfs einrechnen. Verzögerungen und ein schrittweiser Hochlauf sollten ebenfalls sichtbar sein.
Prüfen Sie die Regelungen zu Mehr- und Mindermengen im Stromvertrag. Ein gesonderter Wärmepumpentarif oder eine bestimmte Netzentgeltregelung gilt nicht automatisch für jede gewerbliche Installation. Messung, Anschluss und jeweilige Voraussetzungen müssen dazu passen.
Investition und Energiebezug zusammen bewerten
Vergleichen Sie die vollständigen laufenden Kosten einschließlich verbleibender Brennstoffkosten, Hilfsenergie und Wartung. Förderungen gehören erst dann verbindlich in die Kalkulation, wenn die Voraussetzungen geklärt sind. Die Struktur im Beitrag zum Energiebudget für Unternehmen hilft, Annahmen transparent zu halten.
Mit OPTUM den künftigen Strombezug besprechen: Halten Sie den geplanten Start, Ihre bisherige Bezugsmenge und die Annahmen der Fachplanung bereit.





