Ihr Hotel hat keinen Feierabend.
Während die letzten Gäste anreisen, laufen Kühlung, IT und Sicherheitstechnik weiter. Morgens treffen Duschen, Frühstück und Housekeeping aufeinander. Ein leeres Zimmer senkt den Verbrauch deshalb nicht automatisch im gleichen Verhältnis wie den Umsatz.
Genau hier beginnt die Einordnung: Welche Energie benötigt Ihr Haus unabhängig von der Belegung? Welche Verbräuche entstehen durch Restaurant, Tagung, Wellness oder eigene Wäscherei? Strom und Gas betrachten wir dabei getrennt; beide gehören aber zur Planung Ihres Betriebs.
Ein Hoteltag. Mehrere Energiebedürfnisse.
- Morgen
Warmwasser
Frühstück & Spülküche - Tag
Housekeeping
Tagung & Wäscherei - Abend
Restaurant
Zimmer & Wellness - Nacht
Kühlung
IT & Sicherheit
Grundlast und zusätzliche Betriebslasten getrennt betrachten.
Über das Jahr verschiebt sich das Bild. Wird ein Haus mit Gas beheizt, kommt in der Heizperiode die Raumwärme hinzu; Warmwasser für Zimmer, Küche und Wellness braucht es das ganze Jahr. Beim Strom können im Sommer Klimatisierung und Kühlung den Bedarf erhöhen. Für die Beschaffung zählt deshalb neben der Jahresmenge auch ihre Verteilung auf die Monate.
Auch Kennzahlen brauchen Kontext: kWh je belegter Zimmernacht können innerhalb eines Hauses helfen. Zwischen einem Stadthotel und einem Wellnessresort ist der Vergleich erst aussagekräftig, wenn etwa Spa, Küche, Fläche und ausgelagerte Wäscherei berücksichtigt sind. Mehr zu sinnvollen Energiekennzahlen →
Gemeinsam einkaufen. Jedes Haus verstehen.
Eine Hotelmarke bedeutet nicht automatisch einen Vertragspartner. Eigentümer, Pächter, Betreibergesellschaft und Franchisenehmer können unterschiedliche Zuständigkeiten haben. Vor einer gemeinsamen Ausschreibung muss klar sein, wer für welche Strom- und Gaslieferstelle entscheiden darf.
Auch Zähler und Messung unterscheiden sich von Haus zu Haus. Strom wird bei mehr als 100.000 kWh Jahresverbrauch in der Regel registrierend gemessen (RLM), Gas bei mehr als 1,5 Mio. kWh im Jahr oder mehr als 500 kW stündlicher Ausspeiseleistung; kleinere Häuser laufen meist über ein Standardlastprofil (SLP). Beim Strom kann in RLM-Häusern die höchste Viertelstundenleistung – etwa wenn Küche, Wäscherei und Sauna gleichzeitig laufen – über den Leistungspreis die Netzentgelte erhöhen. Lastspitzen und Netzentgelte verstehen →
Drei Häuser. Ein gemeinsamer Überblick.
Zimmer & Frühstück
Belegung im Wochenverlauf
Küche & Veranstaltungen
Termine und Lastspitzen
Pool & Warmwasser
Lange Betriebszeiten
Lieferstellen · Mengen · Laufzeiten · Freigaben
Eine Eröffnung, eine saisonale Schließung oder die Übernahme eines Hauses verändert die benötigten Mengen. Solche Termine gehören in die Planung, bevor Energie eingekauft wird. Wir bündeln dort, wo es Ihrem Portfolio einen belegbaren Vorteil bringt, und legen Preis, Mengenregeln und Zuständigkeiten vor dem Abschluss offen. Lieferstellen und Vertragsfristen ordnen →
Der Vertrag muss Ihren Betrieb mittragen.
Wie flexibel ist die Menge?
Prüfen Sie, wie Mehr- und Minderverbrauch abgerechnet werden – auch bei Renovierung, Schließzeiten oder neuen Häusern.
Was kommt zum Bedarf hinzu?
Wärmepumpe, Ladepunkte oder eine eigene Wäscherei können Strombedarf und Spitzen verändern. Photovoltaik wirkt je nach Erzeugung und Eigenverbrauch.
Welche Preisbestandteile sind fix?
Festpreis, Tranchen und Spotmarkt verteilen Chancen und Risiken unterschiedlich. Auch ein Festpreis fixiert nicht zwingend jede Rechnungsposition.
Sie entscheiden, wie viel Sicherheit Ihr Hotelbudget braucht. Wir empfehlen dazu konkret die passende Preisbindung, Mengenflexibilität und Lieferantenlösung. Für eine möglichst verlässliche Planung begrenzt die im Liefervertrag vereinbarte Preisbindung offene Preisrisiken, und zwar für die darin erfassten Preisbestandteile und Mengen. Ein bewusst gewählter variabler Anteil bietet zusätzliche Marktchancen; seine möglichen Mehrkosten rechnen wir ebenso durch. Mengenband prüfen · Beschaffungsmodelle verstehen
Die Zentrale sieht das Budget. Das Haus kennt den Alltag.
Die Haustechnik weiß, wann ein Pool saniert wird. Die Direktion kennt die Veranstaltungsplanung. Der Einkauf sieht Vertragsfristen und Budgets. Werden diese Informationen erst bei der Jahresabrechnung zusammengeführt, kommen wichtige Erklärungen zu spät.

Für Ihre Hotelgruppe braucht es deshalb einen Ansprechpartner je Haus und eine zentrale Freigabe. Auffällige Verbräuche und geplante Änderungen werden gemeinsam eingeordnet. So muss die Zentrale nicht jedes technische Detail kennen – aber die Auswirkungen auf Menge, Kosten und Verträge verstehen.
Wir beginnen bei Ihren Häusern.
Für ein erstes Gespräch müssen Sie noch keine perfekte Portfolioliste haben. Hilfreich sind die Anzahl Ihrer Standorte, vorhandene Strom- und Gasabrechnungen, die nächsten Vertragsenden und bekannte Veränderungen. Daraus klären wir, welche Angaben für einen belastbaren Vergleich noch fehlen.
- Betrieb verstehenHoteltypen, Nutzung, Zuständigkeiten und Veränderungen besprechen.
- Grundlage ordnenLieferstellen, Mengen, Lastgänge und Fristen zusammenführen.
- Klar empfehlenKonkrete Konditionen bewerten, Unterschiede beziffern und die passende Absicherung empfehlen.
Wenn die vollständigen Daten und Angebote vorliegen, erhalten Sie eine konkrete Empfehlung. Vor Ihrer Freigabe wissen Sie, welche Preise feststehen, welche Positionen variabel bleiben und welche Regeln bei Änderungen im Hotelbetrieb gelten. Was wir auf dieser Grundlage mit Ihnen vereinbaren, halten wir nachvollziehbar fest. Sprechen wir über Ihr Hotelportfolio →
Fragen aus der Hotelpraxis
Müssen alle Häuser gleichzeitig den Anbieter wechseln?
Nein. Unterschiedliche Vertragsenden können einen gestaffelten Einstieg erfordern. Welche Zusammenführung sinnvoll ist, hängt von Fristen, Konditionen und den beteiligten Gesellschaften ab. Vertragsfristen im Blick behalten →
Ist ein gemeinsamer Strom- und Gaseinkauf sinnvoll?
Die Vorbereitung lässt sich bündeln. Mengen, Preise und Verträge bleiben je Energieträger getrennt prüfbar. Ein Haus mit Fernwärme, Wärmepumpe oder eigenem Blockheizkraftwerk (BHKW) hat andere Voraussetzungen als ein gasbeheiztes Hotel. Ein gasbetriebenes BHKW erhöht den Gasbezug und senkt den Strombezug aus dem Netz, solange es läuft; bei Wartung oder Stillstand steigt der Netzbezug.
Wie berücksichtigen wir Renovierungen und neue Hotels?
Mit einem Terminplan und begründeten Verbrauchsannahmen. Wenn der Verlauf unsicher ist, betrachten wir mehrere Szenarien und prüfen dazu die Mengenregelungen des Angebots.
Fachlicher Hintergrund
Branchenspezifische Hinweise: DEHOGA Energiekampagne. Ein konkretes Beispiel für technische Veränderungen im Hotelbetrieb: Umweltbundesamt: Hotelsanierung mit Wärmepumpe. Stand: September 2026.





