Gehört die Datei zur richtigen Lieferstelle?
Die Datei fehlt noch? Nutzen Sie die Anforderungshilfe im Lastgang-Kompass. Fordern Sie die Daten für jede Lieferstelle mit eindeutigem Zeitraum an und markieren Sie offene Unterlagen in Ihrer Standortliste.
Die CSV-Datei ist da, die Kurve sieht plausibel aus – aber zeigt sie tatsächlich den Strombezug Ihres Betriebs? Beginnen Sie mit den Stammdaten: Lieferstelle, Messrichtung, betrachteter Zeitraum und Datenquelle. Netzbezug ist der aus dem öffentlichen Netz bezogene Strom. Einspeisung fließt in die andere Richtung; ein Unterzähler erfasst nur einen Teilbereich. Wenn mehrere Dateien zusammenkommen, muss diese Zuordnung vor der Zusammenführung eindeutig sein.
Bewahren Sie die erhaltene Originaldatei auf und bearbeiten Sie eine Arbeitskopie. Notieren Sie, welche Spalten umbenannt, Werte umgerechnet oder Zeitangaben geändert wurden. So bleibt ein auffälliges Ergebnis bis zur Quelle zurückverfolgbar. Wenn später eine Zahl auffällt, finden Sie so schnell heraus, ob sie schon in der Quelldatei stand oder erst beim Import entstanden ist.

kW und kWh nicht vertauschen
kW beschreibt Leistung, kWh eine Energiemenge. Enthält eine Viertelstundenreihe die mittlere Leistung in kW, ergibt sich die Energie des Intervalls durch Multiplikation mit 0,25 Stunden. Steht in der Datei bereits kWh je Intervall, darf dieser Faktor nicht nochmals angewendet werden.

Das Beispiel gilt für einen 15-Minuten-Mittelwert, nicht für einen beliebigen momentanen Messpunkt. Prüfen Sie deshalb die Beschreibung des Exports. Die Summe von Leistungswerten ohne Zeitfaktor ist keine Jahresenergiemenge.
Die Zeitachse braucht einen eindeutigen Bezug
Klären Sie, ob ein Zeitstempel den Anfang oder das Ende des Intervalls bezeichnet und welche Zeitzone verwendet wird. Bei deutscher Ortszeit hat ein normaler Tag 96 Viertelstunden. Am Wechsel zur Sommerzeit sind es 92, bei der Rückstellung 100. Eine Datei mit diesen Abweichungen ist deshalb nicht automatisch fehlerhaft. Bei Zeitangaben in UTC, der koordinierten Weltzeit, wird die Uhr dagegen nicht auf Sommerzeit umgestellt.
- Reihenfolge: Sind Zeitstempel sortiert?
- Abstand: Entspricht das Intervall dem angegebenen Messraster?
- Doppelte Zeilen: Handelt es sich um echte Duplikate oder erklärbare Zeitangaben?
- Zeitraum: Fehlen Anfang, Ende oder ganze Tage?
Bei Unklarheiten fragen Sie die datenliefernde Stelle nach der Exportbeschreibung. Entfernen Sie doppelt wirkende Uhrzeiten nicht automatisch. Sonst können gültige Messwerte verloren gehen.
Fehlende Werte sind keine Null
Eine leere Zelle sagt zunächst, dass ein Wert fehlt. Null ist dagegen ein konkreter Messwert. Auch geschätzte oder vorläufige Daten sollten erkennbar bleiben, wenn die Quelle einen entsprechenden Status liefert. Werden Lücken für eine Modellrechnung ergänzt, dokumentieren Sie Methode und Umfang.
Gemessen, geschätzt und fehlend sind drei verschiedene Zustände. Zeigen Sie Datenlücken auch im Diagramm, statt sie mit einer scheinbar lückenlosen Linie zu verdecken.
Datenstatus lesen: Messung, Ersatzwert, Lücke oder echte Null?
Die vier Fälle helfen beim Prüfen Ihrer Datei. Sie sind keine einheitlichen Exportcodes. Maßgeblich sind die Statuslegende und die Exportbeschreibung der datenliefernden Stelle. Eine gefüllte Zahlenzelle allein belegt noch keine Messung.
| Fall | Bedeutung | Beleg in Datei und Beschreibung | Konkrete Rückfrage |
|---|---|---|---|
| Gemessener Wert | Der Wert beruht auf einer Messung. Er kann direkt ausgelesen oder aus ausgelesenen Werten berechnet sein. | Zeitstempel, Einheit und Messrichtung passen; der Status und die Herkunft sind erklärt. Die bloße Zahl genügt nicht. | „Welche Statusangabe bestätigt die Messung? Ist dieser Wert ausgelesen oder berechnet, und aus welcher Messreihe stammt er?“ |
| Ersatzwert | Ein gebildeter Wert ersetzt einen fehlenden oder unplausiblen Ursprungswert. Er ist keine nachträglich gemessene Größe. | Die Quelle kennzeichnet den Ersatzwert. Betroffene Intervalle und Erläuterungen zum Verfahren bleiben in der Arbeitskopie erhalten. | „Welche Intervalle wurden ersetzt, warum und mit welchem Verfahren? Gibt es inzwischen korrigierte Messwerte?“ |
| Fehlt | Für ein erwartetes Intervall liegt keine verwendbare Angabe vor. Seine Energiemenge ist unbekannt. | Leere Zelle, fehlende Zeile oder laut Legende fehlender/ungültiger Wert; auch Anfang und Ende des Exportzeitraums prüfen. | „Fehlt die Messung oder nur der Export? Können Sie die betroffenen Intervalle mit Status nachliefern?“ |
| Echte Null | Für das Intervall und die betrachtete Messrichtung ist ein Nullwert in der angegebenen Messauflösung bestätigt. | Numerische 0 bei vollständigem Zeitbezug; die Quelle bestätigt eine gültige Messung und keinen Lückenfüller. Rundung und Auflösung sind bekannt. | „Ist die 0 tatsächlich gemessen, gerundet oder als Platzhalter eingesetzt? Welche Auflösung und Statusangabe gelten?“ |
Null ist ein Zahlenwert, kein Qualitätsstatus. Auch ein Ersatzwert kann 0 sein. Ein Nullwert beim Netzbezug beweist zudem nicht, dass im gesamten Betrieb kein Strom verbraucht wurde. Übernehmen Sie vorläufige Werte als eigene Kennzeichnung, statt sie stillschweigend den gemessenen oder endgültigen Ersatzwerten zuzuordnen.
Fordern Sie bei unklaren Angaben den Export einschließlich Statusspalten und Legende erneut an. Halten Sie Datenstand, betroffene Intervalle, Rückfrage und Antwort fest. Eine selbst ergänzte Modellreihe bleibt von der unveränderten Quelle getrennt.
Prüfen Sie Dezimaltrennzeichen und Tausendertrennzeichen beim Tabellenimport. Wird etwa „12,5“ beim Import als „125“ gelesen, entsteht ein zehnmal zu hoher Wert. Solche Ausreißer können eine vermeintliche Lastspitze erzeugen, die im Betrieb nie aufgetreten ist. Vergleichen Sie außerdem die ermittelte Energiemenge mit einer Abrechnung für denselben Zeitraum und dieselbe Messgrenze.
Lastgang-CSV in Excel prüfen: ein kleines Kontrollbeispiel
Importieren Sie die Arbeitskopie über Daten → Aus Text/CSV; je nach Excel-Version liegt der Befehl unter „Daten abrufen“. Prüfen Sie vor dem Laden drei Einstellungen:
- Spalten: Hier trennt ein Semikolon die Felder. Die Vorschau muss Zeitstempel, Leistung und Status getrennt zeigen.
- Zahlen: Das Dezimalzeichen ist hier ein Komma. Die Leistungsspalte muss Zahlen enthalten; eine leere Zelle bleibt leer.
- Zeit: Bewahren Sie den ursprünglichen Zeitstempel zunächst als Text. Im Beispiel bezeichnet er den Intervallbeginn in deutscher Winterzeit (UTC+01:00); jedes Intervall dauert genau 15 Minuten.
| Intervallbeginn | Mittlere Leistung | Status im Beispiel | Energie |
|---|---|---|---|
| 00:00 | 80,0 kW | Wert vorhanden | 20 kWh |
| 00:15 | 84,0 kW | Wert vorhanden | 21 kWh |
| 00:30 | 88,0 kW | Wert vorhanden | 22 kWh |
| 00:45 | 92,0 kW | Wert vorhanden | 23 kWh |
| 01:00 | 0,0 kW | Nullwert vorhanden | 0 kWh |
| 01:15 | 100,0 kW | Wert vorhanden | 25 kWh |
| 01:30 | 96,0 kW | Wert vorhanden | 24 kWh |
| 01:45 | Fehlt | Leere Quellzelle | Unbekannt |
Kontrollergebnis: 135 kWh für die sieben vorhandenen Viertelstunden. Das sind 105 von 120 Minuten. Die Energiemenge des gesamten Zweistundenzeitraums bleibt unbekannt. Der vorhandene Nullwert zählt zur Datenabdeckung; die leere Zelle nicht.
CSV-Beispiel und Excel-Rechnung nachvollziehen
Die drei Quellspalten stehen in A bis C, die Kopfzeile in Zeile 1. Die Einheit kW gilt für Spalte B. Das letzte Leistungsfeld ist absichtlich leer. Dies ist ein kleines Importbeispiel, keine Vorlage für beliebige Messdateien.
Intervallbeginn;Leistung_kW;Status
2026-01-15T00:00:00+01:00;80,0;vorhanden
2026-01-15T00:15:00+01:00;84,0;vorhanden
2026-01-15T00:30:00+01:00;88,0;vorhanden
2026-01-15T00:45:00+01:00;92,0;vorhanden
2026-01-15T01:00:00+01:00;0,0;vorhanden
2026-01-15T01:15:00+01:00;100,0;vorhanden
2026-01-15T01:30:00+01:00;96,0;vorhanden
2026-01-15T01:45:00+01:00;;fehlend
Für dieses 15-Minuten-Beispiel in deutscher Excel-Schreibweise: In D2 =WENN(ISTZAHL(B2);B2*0,25;"") eintragen und bis D9 kopieren. =SUMME(D2:D9) ergibt die bekannte Teilmenge von 135 kWh. =ANZAHL(B2:B9) muss 7 ergeben, nicht 8. Eine Summe allein erkennt die Lücke nicht.
Wenn Zahlentypen, Intervall und Lücken stimmen, können Sie Ihre Datei im Lastgang-Kompass weiter auswerten. Ihre Messdatei wird dadurch nicht automatisch an OPTUM übermittelt.
Was nach der Datenprüfung möglich wird
Erst eine sauber zugeordnete Reihe erlaubt einen sinnvollen Blick auf Grundlast, Spitzen und Schichtverläufe. Der Beitrag Was Ihr Lastgang über den Betrieb zeigt führt die Interpretation weiter. Für eine Anfrage hilft die Unterlagenliste zur Energieausschreibung.
Mit OPTUM den Analysebedarf klären: Beschreiben Sie zunächst Lieferstelle, Zeitraum und das Ziel Ihrer Auswertung. Nennen Sie auch, von wem die Datei stammt und welche Einheit in der Spaltenüberschrift steht. Wir klären mit Ihnen, welche Angaben für Ihre Beschaffungsfrage noch fehlen und wie die Daten dafür bereitgestellt werden können.




